Ritterschaftliches Stift Kaufungen

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Entstehung des Klosters Kaufungen

Der Grundstein zu dem Gebäude wurde durch den Kaiser Heinrich II.

und seine Gemahlin Kunigunde um die Jahrtausendwende gelegt.

Kaiser Heinrich II. und Kunigunde hatten auf ihren Jagdfahrten

in die königlichen Forstgebiete des Kaufunger Wald diesen

Platz kennen und lieben gelernt .

In der Folge entstand zunächst eine königlicher Jagdhof ,

anschließend eine königliche Pfalz( ca. 1008 - 1011) in Kaufungen.

Als Kunigunde von einer schweren Krankheit befallen wurde gelobte die fromme Frau im Falle ihrer Genesung an diesem Orte ein Nonnenkloster zu stiften. Dies wurde im Jahre 1017 durch Heinrich II. veranlasst und die vorhandenen Pfalzbauten waren schnell für klösterliche Zwecke umgebaut und es entstanden Schlafräume für die Nonnen, Konferenz-, und Esssaal. Im selben Jahr auch begann der Bau der "Kirche zum heiligen Kreuz" in der Form einer romanischen Basilika, der nach 8 Jahren abgeschlossen war. Noch heute steht diese Kirche als "Stiftskirche" über Kaufungen. Im Jahre 1018 trafen die ersten Nonnen im Kloster ein und begannen nach den Regeln der Benediktiner zu leben. Im Laufe der Jahre schenkte der Kaiser Heinrich II. dem Kaufunger Kloster Land, Gebäude, Jagden, Fischereien und genehmigte einen dreitägigen Jahrmarkt. Das Ansehen des Klosters stieg in dieser Zeit zunehmend an. Als am 13. Juli 1025 Heinrich II. starb, trat noch am selben Tage seine Frau Kunigunde in das Kloster ein und wirkte dort bis zu ihrem Tod im Jahre 1033. Sie wurde neben ihrem Gemahl in Bamberg beigesetzt. Im Jahre 1200 wurde Kunigunde von Papst Innozenz III. in die päpstliche Liste der Heiligen eingetragen. Nach Kunigundes Tod fiel das Wittum Cassel an das Reich zurück und das Kloster Kaufungen nahm zunächst unter Heinrich III. einen günstigen Verlauf. So durfte das Kloster im Jahre 1040 umfangreiche Zehntrechte in Hessen erheben und ab 1041 wurde ein wöchentlicher Markt veranstaltet. Auch die Einnahmen aus dem dreitägigen Jahrmarkt flossen in die Klosterkasse. Im Jahre 1086 verschenkte Heinrich IV. dann die freie Reichsabtei an das Bistum Speyer, was allerdings nie von den Kaufunger Äbtissinnen anerkannt wurde. 1229 nahm Papst Gregor IX. das Kloster in seinen Schutz und bestätigte dessen Besitzungen, welche auch im Jahre 1290 durch König Rudolf bestätigt wurden.

Die Auflösung des Klosters

Da nie eine besonders strenge Klosterform bestanden hat, nahm das Kloster wohl schon ab dem 13. Jahrhundert den Charakter eines Kanonissenstiftes ( Fräuleinstift) an und wurde mehr zur Versorgung adliger Damen genutzt. Dieser wohnten nicht mehr in Klosterzellen, sondern hatte eigene Wohnungen, durften sich Urlaub nehmen, Dienerschaft halten und wollten an den Schönheiten und Annehmlichkeiten der Welt teilhaben. Diese Tatsache führte dazu, dass es zu gewissen Unordnungen kam, die versucht wurden von den Kirchenoberhäuptern zu unterbinden. Noch dazu kamen zu Beginn des 16. Jahrhundert schlechte Vermögensverhältnisse durch verlorene oder teilweise geraubte Güter. Im Jahr 1527 wurden alle Klöster durch einen Landtagsbeschluß aufgelöst. Einige der Nonnen verließen das Kloster, aber ein kleiner Teil kämpfte um die Rückgewinnung des Klosters, was nicht sehr erfolgreich war. Das Klosterleben in Kaufungen hatte nach 500 Jahren ein Ende.

Die hessische Ritterschaft

Im Jahre 1532 wurden die Klöster Kaufungen und Wetter der Hessischen Ritterschaft übergeben, damit diese aus ihren Einnahmen u.a. den Töchtern des Adels eine Aussteuer gewähren konnten. Dies ergab sich, weil die meisten der Nonnen die Töchter adliger Familien waren und so ihre mitgebrachte Mitgift in dem ritterschaftlichen Besitz blieb. Außerdem war diese Schenkung wohl als Anerkennung an die geleisteten Dienste der Ritterschaft zu sehen. Die Oberaufsicht wurde durch den Landgrafen und vier unterstellt Oberaufseher geführt, die damals die Aufgaben hatten Ehe-, und andere Steuern zu bewilligen, bei den Forst, Wald, Buß und Holzschreibetagen mitzuwirken und die Stiftsbediensteten zu bestellen. Dieser wiederum hatten die geschäftsmäßige Verwaltung der Güter zur Aufgabe. So waren Amtsvogt, Rentschreiber, Stiftsaktuarius, Stiftsförster und Stiftskollektor für die verschiedenen Aufgabenbereiche verantwortlich. Zunächst wurden die erwirtschafteten Einkünfte nur für die Ausstattung adliger Töchter verwendet, als aber die Einnahmen besser wurden, erweiterte man den Kreis der Unterstützungsberechtigten im Jahre 1735 und bedachte auch nicht-adlige mit einer "milden Gabe". Auch heute noch bestehen ähnliche Strukturen im "Ritterschaftlichen Stift Kaufungen".