Ritterschaftliches Stift Kaufungen

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Lage

Der Stiftswald hat zurzeit eine Flächengröße von 1560 ha.Diese Fläche ist in seiner Bewirtschaftung in zwei etwa gleichgroße Reviere - Oberkaufungen & Helsa - aufgeteilt. Die Waldfläche liegt in einem kompakten Block südwestlich von Helsa und Kaufungen im Wuchsgebiet des Nordost-hessischen Berglandes- eingebettet in Kaufunger Wald, Söhre und Lichtenauer Hochfläche.

Bei der Höhenlage, liegt der Stiftswald im Tal der Losse bei ca. 280 m ü. NN. Dann steigt das Relief rasch nach Süden und Westen an, und erreicht seine höchste Lage auf dem Bielstein, der mit 528 m ü.NN die höchste Erhebung bildet.

Als geologisches Ausgangsmaterial überwiegt deutlich der Bundsandstein (Sm1) mit ca. 78 % Flächenanteil. Es folgen Basalt auf ca. 14 % der Fläche und in den unteren Lagen Richtung Kaufungen befinden sich quartäre Lockergesteine auf ca. 8% der Fläche. Die Nährstoff und Wasserversorgung der Waldböden ist im Stiftswald als gut zu bezeichnen.

Bewirtschaftung

Die Bewirtschaftung des Stiftswaldes zielt auf einen naturnahen, standortgerechten und stabilen Wald mit nachhaltiger Mehrzwecknutzung hin.

Eine sehr wichtige Schutzfunktion erfüllt der Stiftswald bei der Trinkwassergewinnung. Denn 57 % der gesamten Stiftswaldgröße sind als Wasserschutzgebiete ausgewiesen.

Auf Kahlschläge und das schnelle Abholzen alter Baumbestände wird verzichtet. Eine starke Strukturierung der Bestände durch Vielfalt von Arten und Schichten wird wegen der damit verbundenen Erhöhung der Stabilität, der Flexibilität, der Holznutzung und der ökologischen Wertigkeit angestrebt.

Die prozentuale Verteilung der Wirtschaftbaumarten ist:

Ziel ist es die Baumartenverteilung zu erhalten, aber für eine bessere Durchmischung zu sorgen. Die Standortskraft soll langfristig erhalten und ggf. gesteigert werden

Im Stiftswald werden jährlich 11.000 fm Holz eingeschlagen.



Wild im Stiftwald

Im Stiftswald kommen fast alle heimischen Wildtierarten vor. Aufgrund der Wildruhezone fühlt sich das Wild im Stiftswald sehr wohl, besonders das Rotwild. Läuft man aufmerksam durch den Stiftswald fallen einem die Schäden am Stammfuß von Fichten jeden Alters auf. Diese sogenannten "Schälschäden" sind vom Rotwild verursacht. Und auch eine natürliche Verjüngung hat es oft schwer. Damit nicht auch die gepflanzten Bäume geschädigt werden, wird oft ein Zaun gebaut. Leider kommt es sehr häufig vor, dass dieser Zaun mutwillig zerstört wird. Aufgrund des hohen Wildvorkommens wurde eine störungsarme Jagdstrategie entwickelt, durch die der Wildbestand schonend reduziert werden soll.





Nachhaltigkeit

Nachhaltige Waldbewirtschaftung bedeutet, dass der Wald in seiner Nutz-, Schutz und Erholungsfunktion für die jetzige und die zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen kann.

Die Forstverwaltung des Stiftes Kaufungen muss mit dazu beitragen, dass die vielfältigen Aufgaben dieser Stiftung erfüllt werden können, da allein die Instandhaltung der historischen Gebäude mit denkmalpflegerischen Auflagen sehr kostenaufwendig ist.

In einem nachhaltig bewirtschafteten Forstbetrieb muss investiert werden. Dies geschieht durch die Begründung neuer Baumbestände und deren Pflege. Hierbei setzt man immer mehr auf natürliche Prozesse und verjüngt den Wald natürlich. Auch der Pflegeaufwand eines jungen Baumes, ist im Halbschatten der Altbäume ein vielfaches geringer.

Der Naturschutz hat bei uns im Stiftswald einen gewissen Stellenwert. Durch den teilweisen Zaunschutz an den beiden Michelskopfteichen konnte sich die Tier und Pflanzenwelt optimal entwickeln.

Alle starken und qualitativ minderwertigen Bäume werden punktuell in den Beständen belassen, so dass sich ökologische Nischen am späteren Totholz bilden können. Auch Bäume in denen Höhlenbrüter leben werden nicht gefällt.





Zertifizierung

Der Stiftswald ist seit August 2001 PEFC-zertifiziert. PEFC steht für paneuropäische Forst-Zertifizierung und beinhaltet, dass sich der Waldbesitzer freiwillig dazu verpflichtet den Wald nachhaltig zu bewirtschaften.

PEFC ist ein unabhängiges, weltweit tätiges System und nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern auch ökologische, ökonomische und sozial vorbildliche Waldbewirtschaftung sind wichtige Faktoren.

Mit dem PEFC Sigel wird gekennzeichnet, dass das für die Produkte verwendete Holz aus einer solchen wirtschaftlich tragfähigen und umwelt- und sozialverträglichen Waldbewirtschaftung stammt.

Grundsätze der PEFC-Zertifizierung lauten:

- standortgerechte Baumartenwahl

- Anwendung der Methoden des integrierten Waldschutzes; z.B Pflanzenschutzmittel nur als letztes Mittel

- Unterlassung von Düngungen zur Steigerung des Holzertrages

- Verpflichtung zur pfleglichen Waldarbeit, d.h. Fällungs-, und Rückeschäden am verbleibenden Bestand sind zu vermeiden

- Eine Nutzung nicht hiebsreifer Bestände ist nicht zulässig

- Verzicht auf Ganzbaumnutzung

- Unterlassung von Kahlschläge

- Verzicht auf eine flächige, in den Mineralboden eingreifende Bodenbearbeitung





Ausflugsziele

Der Stiftswald ist durch seine Nähe zu Kassel ein gern aufgesuchtes Wanderziel und zeichnet sich durch gut ausgebaute Wanderwege aus.

Die Michelskopfseen liegen im Mittelpunkt des Stiftswaldes und bilden oft das Ziel vieler Wandergruppen.

Die Hochstätter Gewerkschaft- Später die Rombacher Hüttenwerke- erwarben 1850 das Nutzungsrecht für Braunkohle auf einer 2,1 ha großen Fläche am Belgerkopf. Der Betrieb wurde 1921 wegen zu geringer Erträge eingestellt. Die Entwicklung des Michelskopfes in seiner heutigen Form begann 1903 als 13 ha Fläche an die Kasseler Basalt Industrie AG verpachtet wurde.





Wald in früherer Zeit

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts kann von einer Forstwirtschaft im heutigen Sinne nicht gesprochen werden. Die Bewohner der Stiftsdörfer Helsa, Eschenstruth, Wickenrode, Wellerode und der Stiftsfreiheit deckten ihren Bedarf an Bau- und Brennholz, und nutzten die umfangreichen Huteflächen als Weideland. Der Wald brachte zu dieser Zeit keine großen Erträge, denn die zahlreichen Gerechtsamen der Bevölkerung bedeuteten eine große Belastung. Das Brennholz wurde nach "proportionen" der Haushaltungen abgegeben. So bekam ein Ackermann 4 Klafter, ein Kötner 2 Klafter und ein Mietling 1 Klafter. Für dieses Brennholz wurde "Hauerlohn", "Forstgeld" und eine besondere Gebühr für den Förster die man "Akzidentien" nannte gezahlt. Bauholz kaufte man durch "Bieten und Fordern", also spielte auch zu dieser Zeit Angebot und Nachfrage eine Rolle.

An zwei Tagen in der Woche war der Wald für die Leseholzgerechtsamen zum Holzsammeln freigegeben.

Die Bewohner der Stiftsdörfer trieben Jährlich ca. 550 Kühe, 1500 Schafe und 300 Schweine auf die Weide und in die Mast. Gegen Entrichtung von Schreib- und Brenngeld hatte ein Ackermann für 4 und ein Kötner für 2 Schweine freie Mast für jedes weitere Stück mußte wöchentlich Mastgeld bezahlt werden.

Im Herbst waren mehrere Tage freigegeben für das Sammeln von Streulaub und für das Schlagen und Kehren von Bucheckern gegen Zahlung einer geringen Gebühr.

Bei der Anlage und der Unterhaltung der Glas- und Eisenhütten im 15/16 Jahrhundert wurden große Mengen Holz verbraucht und oft ein unverantwortlicher Raubbau getrieben. Das die Glashütten auch im Stiftswald vertreten waren, ist an der Flurbezeichnung Gläserborn zu vermuten.

Erst nach der Ablösung der Nutzungsrechte zu Beginn des 19 Jahrhunderts konnte eine planmäßige Forstwirtschaft wie wir sie heute kennen in die Wege geleitet werden. Im Jahre 1847 nahm man die erste Vermessung und Aufrechnung der Bestände vor. Jetzt wurden regelmäßige Hauungen durchgeführt und weite Triften und Huteflächen aufgeforstet. Die Forstbeamten nahmen sich einer gründlichen Pflege des Waldes an.

Aus dem Jahre 1947 liegt eine Holzerntemenge vor, sie beläuft sich auf 154 fm Nutzholz und 3558 fm Brennholz. Das bedeutet in % ausgedrückt: ca. 4 % Nutzholz und ca. 96 % Brennholz. Dieses Verhältnis ist heute genau umgekehrt.